Eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass die Nutzung von Leiharbeit in diakonischen Einrichtungen "übliche Praxis" ist. Einige diakonische Sozialunternehmen unterhalten eigene Leiharbeitsunternehmen, so die Forscher. Die dort Beschäftigten erhielten niedrigere Löhne, die diakonischen Entleihbetriebe sparten durch diese Konstruktion zudem noch Mehrwertsteuer. Aus den Aussagen der Mitarbeitervertreter schließen die Wissenschaftler, dass Leiharbeit "in vielen Fällen nicht nur zur Abfederung vorübergehender Personalengpässe" diene, "sondern vielmehr dem dauerhaften Ersetzen teurerer AVR-Mitarbeiter". Anders als Ausgliederungen und AVR-Abweichungen sei "ersetzende" Leiharbeit in der Diakonie aber "kein flächendeckendes" Phänomen. Zudem habe ihre Bedeutung abgenommen, berichten die Wissenschaftler. Vertreter der Diakonie wiesen die Erhebung als unseriös zurück.