Arbeiteraustausch: Leiharbeit wie in der Fußball-Bundesliga
Metallunternehmen an der Ruhr definieren Leiharbeit neu - und kopieren ein Modell der Fußball-Bundesliga: Wer Fachkräfte zeitweise nicht braucht, überlässt sie anderen Betrieben. Ralf Ophoven ist kein Fußballstar, sondern Bohrwerksdreher und arbeitete in der Baumaschinenfabrik von Atlas Copco in Essen, der es seit 2008 wirtschaftskrisenbedingt eklatant an Aufträgen mangelt. Um Ophoven nicht kündigen oder auf Kurzarbeit setzen zu müssen, lieh Atlas Copco den Mitarbeiter an das benachbarte Unternehmen Cantec aus. Die Verantwortlichen in den Unternehmen setzen einige Hoffnung in das Modell, welches u.a. durch eine Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und IG Metall beflügelt wurde. „Jetzt kommt es darauf an“, sagt Personalchef Hans-Georg Klaus von Atlas Copco, „dass ein Netzwerk entsteht“. Die Kontakte vermitteln die jeweiligen Arbeitgeberverbände. Diese schätzen vorsichtig, dass sie so in diesem Jahr an der Ruhr 150 bis 200 Jobs retten können. Doch es könnten viel mehr sein, würde die Idee auf andere Großregionen und auf andere Branchen übertragen.